Glauben Sie an Gott? Sie sind in guter Gesellschaft. Gemäss dem Bundesamt für Statistik glaubt jede zweite Person in der Schweiz an einen einzigen Gott. Auch wenn die Aufklärung oder teilweise die Wissenschaft Gott gerne negieren würde – die Menschheit bleibt religiös. Interessanterweise ist das weltweit so. Selbst wenn von der Aussenwelt abgeschiedene Völker neu entdeckt werden, gibt es dort Menschen, die etwas anbeten. Unsere Seelen scheinen sich bewusst zu sein, dass der Mensch selbst nicht die höchste Instanz ist.

Das zeigt sich auch in Ausnahmesituationen. Zum Beispiel, wenn Menschen von Lawinen verschüttet wurden oder sich total verirrt haben. Dann beginnen selbst die zu beten, die sich nie als religiös bezeichnet hätten. Salopp gesagt: Wenn ein Flugzeugabsturz droht, gibt es unter den Passagieren nur noch wenige Atheisten … 

Beim christlichen Glauben geht es aber um mehr als einen letzten Halt in Krisen. Es geht um eine Alltagsbeziehung mit Gott, um Fragen der ganz praktischen Lebensgestaltung. Sowohl dann, wenn das Leben leicht zu leben ist, als auch dann, wenn Schicksalsschläge den Boden unter den Füssen wegziehen. Da wird der Glaube real. 

Was bedeutet es, zu glauben? In unserem Sprachgebrauch sagen wir: «Ich glaube, morgen wird es schönes Wetter geben.» «Und ich glaube, dass ich eine gute Mathe-Prüfung geschrieben habe.» Glauben wird gleichgesetzt mit einer Vermutung. Wie «vielleicht» oder «es könnte sein».

Wenn in der Bibel von Glauben die Rede ist, dann bedeutet das «Vertrauen auf Gott» oder «sein Herz an Gott binden». Er ist total vertrauenswürdig. Gott lädt uns mit offenen Armen zu einer Herzens-Beziehung ein (vgl. These 4). Unsere Antwort darauf ist nicht Leistung, Meditation, Opfer oder gute Werke, sondern der Glaube. Das feste Vertrauen, dass Gott bereits alles gemacht hat, damit wir Frieden und Vergbung finden können. Die Bibel sagt: «Nicht wegen meiner guten Taten werde ich von meiner Schuld freigesprochen, sondern allein deshalb, weil ich mein Vertrauen auf Jesus Christus setze.» (Römer 3,28) Damit verliere ich den Anspruch, selber Gott zu sein. Ich gewinne aber eine Beziehung zum wahren Gott, die im Leben und sogar über den Tod hinaus trägt.